Wie die MIT denkt


Wer als ordentlicher Unternehmer Gewinne erzielt, der hat andere von seiner Leistung überzeugt und ihnen geholfen. Und nur wer Gewinne erwirtschaftet, kann den Fortbestand seines Unternehmens durch Investitionen sichern, seine Mitarbeiter weiter beschäftigen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen."
Bundespräsident Horst Köhler am 15.03.2005 in Berlin

Die MIT ist für eine freie Wirtschaftsordnung


Die Bundesrepublik Deutschland hat es nach dem Kriege zu Wohlstand, Stabilität und Ansehen gebracht. Das Erfolgsrezept war die soziale Marktwirtschaft, die Ludwig Erhard gegen den Widerstand von Planwirtschaftlern und Interventionisten durchgesetzt hat. Profitiert haben davon alle: die Arbeitnehmer durch Arbeit und Einkommen, die Unternehmer durch Absatz und Gewinn und der Staat durch Steuern und Finanzierung der sozialen Sicherung.

Deutschland hat heute beim Wirtschaftswachstum seine führende Stellung in Europa verloren. Wohlstand, Stabilität und Ansehen sind durch hohe Arbeitslosigkeit und Öffentliche Verschuldung gefährdet. Durch immer neue Interventionen haben Bundes- und Landesregierungen, Tarifpartner und Interessenverbände die Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft ausgehöhlt und zerstört. An die Stelle von Freiheit, Eigenverantwortung und Leistung sind Überregulierung, Versorgungsdenken und Bequemlichkeit getreten.

In einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung macht der Staat die Spielregeln, das Spiel aber machen die Bürger. Die Spielregeln lauten: Privateigentum und Vertragsfreiheit, Wettbewerb und offener Marktzutritt, stabiles Geld und Sicherung vor den großen Lebensrisiken.

Im Interesse von Deutschland muss die Politik zum Erfolgsrezept der sozialen Marktwirtschaft zurückkehren. Dies erfordert tiefgreifende Reformen, nicht das Drehen an einzelnen Stellschrauben.

Die MIT ist für einen fairen Wettbewerb


Mit der Osterweiterung der Europäischen Union gelten die europäischen Freiheiten auch im Verhältnis zu den Beitrittsländern. Dies bedeutet freier Waren-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr zwischen West- und Osteuropa sowie Niederlassungsfreiheit für Unternehmen und Freizügigkeit für Arbeitnehmer.

Übergangsfristen sind nur bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit und in Teilbereichen der Dienstleistungsfreiheit, insbesondere für das Bau- und Reinigungsgewerbe, vorgesehen. Außerhalb dieser Schranken können Unternehmen und Handwerker aus den Beitrittsländern aber Dienstleistungen anbieten und dafür zeitlich befristet auch Personal entsenden.

Tatsächlich wird von dieser Möglichkeit bereits intensiv Gebrauch gemacht, wie die Masse von Anmeldungen bei den Handwerkskammern zeigt. Die deutschen Betriebe sind auf diesen Wettbewerb nicht vorbereitet und können mit diesen Billiganbietem auch nicht konkurrieren.

Bundesregierung und Gewerkschafter sind der Auffassung, daß dieses Problem mit Mindestlöhnen gelöst werden kann. Hierfür soll das bislang nur für die Bauwirtschaft geltende Entsendegesetz auf alle Branchen ausgeweitet werden, um durch die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen einheitliche Mindestlöhne für in- und ausländische Arbeitnehmer festzusetzen.

Mindestlöhne sind als Schutzzaun für Arbeitnehmer und Unternehmen ungeeignet, wie das Beispiel der Bauwirtschaft zeigt. Um deutsche Bauarbeiter vor Dumpinglöhnen aus Billigländem zu schützen, gelten in der Bauwirtschaft seit dem 01.01.1997 aufgrund des Entsendegesetzes tariflich festgelegte Mindestlöhne. Aber weder Entsendegesetz noch Mindestlöhne haben den Niedergang dieses Wirtschaftszweiges und den Abbau von Arbeitsplätzen aufhalten können. Im Gegenteil: Die Zahl der Arbeitsplätze ist seit Einführung des Mindestlohnes um fast die Hälfte gesunken. Gleichzeitig wuchs die Schattenwirtschaft am Bau trotz verschärfter Kontrollen auf über 100 Mrd. EUR an.

Der Arbeitsmarkt benötigt nicht Protektionismus, sondern tiefgreifende Reformen, weil Arbeit in Deutschland zu teuer geworden ist.

 

Die MIT ist für wettbewerbsfähige Standortbedingungen


Bei Umfragen, die die TU München durchgeführt hat, gaben über 60 % der befragten Unternehmen an, in den nächsten fünf Jahren Investitionen im Ausland tätigen zu wollen. Über 30% gaben an, in den vergangenen fünf Jahren solche Verlagerungen bereits durchgeführt zu haben.

Die großen Unternehmen, die sogenannten Global Players, haben sich schon vor längerer Zeit auf den Weg gemacht, um ihre Weltmarktposition durch Produktionsstätten rund um den Globus abzusichern. So machen der Fahrzeugbau, die Chemie und der Maschinenbau bereits mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland. Viele deutsche Unternehmen leben heute ganz überwiegend von der Globalisierung, ihre Gewinne kommen zum größten Teil aus Auslandsgeschäften.

Mit der EU-Osterweiterung hat dieser Globalisierungsprozess eine neue Qualität erhalten, weil die Verlagerungsoption damit auch für viele kleinere und mittlere Unternehmen offen steht. Osteuropa ist verkehrsnah und gut zu erreichen; die sprachlichen und kulturellen Barrieren sind niedrig.
Insgesamt gibt es in den MOE-4-Staaten (Polen, Tschechien, Ungarn, Slowakei) bereits 2.267 Unternehmen mit deutscher Beteiligung, die insgesamt 613.000 Mitarbeiter beschäftigen. Zum Vergleich: In den USA sind es 3.375 Unternehmen mit 767.000 Mitarbeitern. In die MOE-4-Staaten sind insgesamt allerdings nur 31 Mrd. EUR investiert worden, während es in den USA 240 Mrd. EUR sind. Aus diesem Vergleich kann man erkennen, daß sich in Osteuropa vor allem der Mittelstand mit kleineren Investments und hohem Beschäftigungsanteil engagiert hat.

Um die Flucht der Unternehmen nach Osteuropa zu stoppen, braucht Deutschland bessere Standortbedingungen. Wir können nur um so viel teuerer sein, wie wir besser sind.

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